„Geht raus, spielen“, diese Aufforderung der Eltern kennen sicher einige. Entweder aus der Kindheit oder als Elternteil, das dies zu den eigenen Kindern sagt. Denn tägliche Bewegung ist nicht nur essenziell für das Wohlbefinden, sie ist auch ein wichtiger Ausgleich zum Sitzen in der Kita, in der Schule oder im Büro. Zudem ist sie eine Alternative zu Freizeitbeschäftigungen vor dem Bildschirm, die einen immer größeren Anteil im Alltag ausmachen – bei Kindern ebenso wie bei Berufstätigen und Senior*innen.
Bewegung wieder mehr in den Alltag von Kita-Kindern zu bringen, das ist das Ziel des Projekts „PAKTan“, das die Technische Universität (TU) München entwickelt und zusammen mit dem Bezirksverband in Kindertageseinrichtungen umgesetzt hat. „PAKTan“ steht dabei für „Physische Aktivität in Kitas altersgerecht nutzen.“ Bewegung soll wie das Zähneputzen zum Ritual und zum festen Bestandteil im Leben von Kita-Kindern werden.
Bewegung = Gesundheitsprävention
Im Rahmen von PAKTan wurde Pädagogischen Fachkräften in Schulungen zunächst theoretisches Wissen rund um das Thema Bewegung vermittelt. Das eigentliche Ziel: Die Fachkräfte bekommen konkrete Tipps und Übungen an die Hand, mit denen sie Bewegung in den Kita-Alltag der Kinder fest etablieren (siehe Kasten). Optional wurden auch die Bezugspersonen der Kinder eingebunden. Sie wurden beispielsweise bei Elternabenden, mithilfe von Plakataushängen oder – ganz neu geplant bei PAKTan II – mithilfe einer App über die Bedeutung von Bewegung und ihre Vorbildfunktion informiert. Im Idealfall – so zeigt das Projekt – profitieren alle von den Ideen und bewegen sich mehr: eine gute Prävention für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die seelische Gesundheit, Motorik und Beweglichkeit. Gefördert wird PAKTan bis Mitte 2027 mit Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen (nach §20a SGB V durch die AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, den BKK Landesverband Bayern, die IKK classic, die KNAPPSCHAFT, die SVLFG und den Verband der Ersatzkassen).
Bewegung für alle Kinder
Gerade, im Frühjahr 2026, läuft die zweite Runde von PAKTan an. Die Wirksamkeit der ersten Runde (2020 bis 2023) hat die TU München in den teilnehmenden Kitas bereits evaluiert. Das Ergebnis: Vor allem Kinder mit niedrigerem sozioökonomischem Hintergrund bewegen sich nach der Teilnahme am Projekt mehr. Sie nähern sich dem Bewegungsverhalten von Kindern aus gut situierten Familien an. Und da sich Kinder aller sozialer Schichten in der Kita treffen, ist hier ein idealer Ansatzpunkt, um Bewegung für alle Kinder gleichermaßen zu fördern. Bis zum Ende des Projekts soll ein Weg gefunden werden, die Erkenntnisse aus dem Projekt in Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte kontinuierlich einfließen zu lassen. Die Fachkräfte in der Kita sind die entscheidenden Personen, wenn es darum geht, Bewegung dauerhaft und regelmäßig in den Kita-Alltag zu integrieren.
Bewegungsbeispiel
Am „Flamingo-Dienstag“ liest der*die Pädagog*in die Geschichte von Franzi Flamingo vor und die Kinder stellen sich wie ein Flamingo auf ein Bein. Dann pustet der*die Pädagog*in und simuliert so den Wind, der den Flamingos bzw. den Kinder entgegen bläst. Sie lehnen sich auf einem Bein stehend nach links und nach rechts, nach vorne und nach hinten. Wer kippt, stellt sich kurz zweibeinig hin und startet dann neu. Wie Franzi geben auch die Kinder nicht auf und machen immer wieder weiter. Zum Schluss der Übung lässt der Wind nach und alle Kinder stehen stolz wie Flamingos auf einem Bein.
Linda Quadflieg
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